flix

Flix lebt in Berlin-Mitte. Im Jahr 2002 hat er als Diplomarbeit an der Hochschule der bildenden Künste Saarbrücken einen Comic eingereicht. Der wurde kurz danach unter dem Titel "held" bei Carlsen Comics veröffentlicht und gewann mehrere Auszeichnungen. Seitdem arbeitet er als Comiczeichner.

In den letzten Jahren sind drei Graphic Novels ("held", "sag was" und "mädchen"), drei Cartoonbände ("VerFLIXt!", "Du bist süss!" und "Verliebt!"), zwei Comictagebücher ("heldentage" und "Der Swimmingpool des kleinen Mannes"), ein Erinnerungscomic ("Da war mal was..."), ein Weihnachtsbüchlein ("Tut mir leid, aber Weihnachten fällt aus"), zwei Neuinszenierungen klassischer Literaturvorlagen ("Faust" und "Don Quijote"), drei Kindercomics ("Ferdinand, der Reporterhund - Band 1-3), zusammen mit Ralph Ruthe) und eine Comicstripreihe ("Schöne Töchter") entstanden, die allesamt im CARLSEN VERLAG veröffentlicht worden sind.
 
"held", "sag was", "mädchen", "Da war mal was...", "Faust" und "Don Quijote" wurden bisher in insgesamt sieben verschiedene Sprachen übersetzt. Spanisch, Französisch, Polnisch, Portugisisch, Türkisch, Russisch und Koreanisch.

 
kaffeefleck 
faq1 Flix hatte nach dem Studium an seiner Hochschule in Saarbrücken eine Dozentenstelle für Zeichnerei inne und leitet immer wieder Comicworkshops im In- und Ausland. Er arbeitet für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften ("Tagesspiegel", "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Dein SPIEGEL" u.a.) und bringt regelmäßig mit seinem Live-Leseprogramm seine Comicgeschichten vor Publikum auf die Bühne.

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WIE HAST DU MIT DEM ZEICHNEN ANGEFANGEN?

Anfang der 80er Jahre gab es in den Deckeln der Nutellagläser dreiteilige Schlumpf-Zeichenschablonen. Das hat mich sehr begeistert.

WAS IST DEIN LIEBLINGSCOMIC?

Meine unsortierte Top10:

"Hicksville" von Dylan Horrocks
"Blankets" von Craig Thompson
"Superparadis" von Ralf König
"Isaak, der Pirat" von Christophe Blain
"Pinocchio" von Winshluss
"Dropsie Avenue" von Will Eisner
"Bäche und Flüsse" von Rabaté
"Blast" von Manu Larcenet
"Pjöngjang" von Guy Delisle
"Kinderland" von Mawil

UND SEIT WANN MACHST DU COMICS?

Mit ca. 16 habe ich angefangen, mich ernsthaft mit dem Medium Comic zu beschäftigen. Ich hatte einen Freund, der in einer Comic- und Kinderbuchhandlung eine Ausbildung gemacht hat. Und jedes Mal, wenn ich ihn besucht habe, hat er mir ein paar neue Hefte gezeigt, die er für lesenswert hielt. Eines Tages hat er mir „The Dark Knight Returns“ von Frank Miller in die Hand gedrückt; da hat es klick! gemacht und ich dachte: “Das will ich auch machen!“.

SIND DEINE COMICS IMMER AUTOBIOGRAPHISCH?

Nein.

„held“ nennt sich zwar ein autobiographischer Comic, ist aber nur in der ersten Hälfte rein autobiographisch. Die zweite Hälfte, ab Seite 68, ist frei von der Leber weg erfunden. Quasi mein Wunschtraum, wie mein Leben weitergehen könnte. „sag was“ basiert auf einem realen Erlebnis, jedoch ist die Geschichte, wie sie dann im Buch zu lesen ist, so nie passiert. Lea, Leif und Sophie und alle anderen auftretenden Personen haben zwar reale Vorbilder, sind aber in der Geschichte autarke Charaktere. Generell kann ich sagen, dass meinen Comics zwar immer eine reale Begebenheit zugrunde liegt, sie aber, trotz des „echten“ Tonfalls in dem ich sie erzähle, Fiktion sind.

WELCHE PREISE HAST DU SCHON GEWONNEN?

Den ICOM-Independent Comicpreis 2003, den Max&MoritzPreis 2004, eine Auszeichnung beim Nachwuchswettbewerb des Art Director’s Club Deutschland 2003 und eine Auszeichnung beim Lucky Strike Junior Designer Award 2003 für „held“. Beim 1. Swiss Cartoon Award 2004 gabs eine Auszeichnung für meine „VerFLIXt!“-Cartoons. Den ersten Preis beim Stuttgart Cartoon-Award 2007. Für „Der Swimmingpool des kleinen Mannes" den Münchener Comicpreis „Peng!" als „Bester deutscher Comic 2009". Und für die Comicreihe „Schöne Töchter" den Max&Moritz-Preis 2012 für den „Besten Comicstrip". 

WIE GROSS SIND DEINE ORIGINALZEICHNUNGEN? AUF WELCHEM FORMAT ARBEITETST DU?

Das ist ganz unterschiedlich.

Die "heldentage" sind ziemlich klein, sie haben im Original ein Format von 8 x 11cm. Bei "held" und "sag was" sind die Orinalseiten 21,5 x 32,5cm groß. "mädchen" ist auf DinA4 gezeichnet, hat also ein Format von 21 x 29,7cm. Die Episoden von "Da war mal was..." sind auf DinA3 entstanden (29,7 x 42cm), "Ferdinand" hat ebenfalls diese Größe, die Episoden der Reihe "Schöne Töchter" hatten ein Format von ca. 42 x 42cm und "Glückskind" (aktuell jede Woche in der F.A.Z.) lege ich auf 52 x 21,5cm an.

NIMMST DU AUFTRÄGE AN?

Schon.

Ich arbeite in letzter Zeit regelmäßig für verschiedene Zeitungen (F.A.Z.) und Zeitschriften (DeinSpiegel) und wenn es meine Zeit zulässt, zeichne ich dazu noch Plattencover, Postkarten, Illus etc. … Meine Hauptarbeit sind aber meine Comics und Bücher. Deswegen muss ich die Aufträge, die ich annehme, ziemlich genau aussuchen und kann leider nicht alles machen.

ICH HÄTTE GERNE EINE KLEINE ZEICHNUNG MIT SIGNATUR VON DIR. WAS MUSS ICH TUN?

In letzter Zeit bekomme ich immer wieder Blankokarten mit Rückumschlag zugesendet, beiliegend die Bitte, ich möge eine kleine Zeichnung mit Signatur anfertigen. Oft habe ich dabei das Gefühl, es geht den Absendern nicht um mich oder meine Arbeit, die scheinen sie teilweise noch nicht einmal zu kennen, sondern um das Komplettieren ihrer Sammlung. Deswegen möchte ich diesen Bitten nicht nachkommen. Kleine Zeichnungen und/oder eine Signatur mache ich gerne bei meinen Signierstunden bzw. im Anschluss an meine Lesungen. Das finde ich schöner und persönlicher. So können wir uns ein bisschen kennen lernen, du kannst mir sagen, was du möchtest, wir plaudern und es wird für beide Seiten zu einem prima Erlebnis. 

AUF WELCHEM PAPIER ZEICHNEST DU?

Skizzen und Entwürfe mache ich auf billigem Druckerpapier. Reinzeichnungen dann meistens auf den 190g/m² "Nostalgie"-Skizzenblöcken von ahnemühle. Und manchmal, wenn der Strich rauher aussehen soll, nehme ich großformatiges Noname-Aquarellpapier, das man bei Boesner kaufen kann.

WAS MACHST DU, WENN DU NICHT ZEICHNEST?

Das, was jeder tut, wenn er nicht arbeitet. Essen, trinken, lesen, schlafen, joggen, Türme aus Bauklötzen bauen oder auf dem Spielplatz rutschen.

ICH MAG DEINE ARBEIT. WIE KANN ICH DICH UNTERSTÜTZEN?

Vielen Dank. Da gibt es mehrere Möglichkeiten.

Zum einen hilft es sehr, wenn Du meine Comics in den Sozialen Netzwerken, in denen Du unterwegs bist, teilst. Erzähle anderen von dem, was Du magst. Je mehr Menschen so von  meiner Arbeit erfahren und meine Comics lesen können, desto besser. Zum anderen hilft es mir, wenn Du meine Bücher kaufst. Wenn Du schon alle meine Bücher hast, dann ist das toll. Aber dann kauf noch eins und verschenk es, wenn man wieder ein Geburtstag ansteht. Wo Du die Bücher kaufst, in der kleinen Buchhandlung um die Ecke, bei Amazon oder im Flix-Shop, spielt dabei keine Rolle. Von jedem verkauften Buch bekomme ich einen Anteil und damit kann ich dann wieder einen Teil meiner Miete bezahlen. Den größten Anteil bekomme ich allerdings, wenn Du die Bücher im Flix-Shop bestellst. Zudem unterstützt Du mit deinem Einkauf dort nicht nur mich, sondern auch Matze und sein Team, die sich um das Lager und den Versand der Bestellung kümmern und sich gegen die (Buch-)Versandriesen stemmen. Monopol my ass! :-) Genauso verhält es sich mit den Flix-T-Shirts, die bei Spreadshirt.de stehen, den Postkarten auf cartoonkaufhaus.de und dem Merchandise, dass wir im Flix-Shop anbieten. Jeder Einkauf unterstützt direkt meine Arbeit.

DU MACHST JA COMICLESUNGEN. WIE MUSS ICH MIR DAS VORSTELLEN?

Eine Comic-Lesung funktioniert so: Ich stehe auf der Bühne und lese die Texte aus meinen Comicgeschichten vor. "Don Quijote",  "Faust", "Da war mal was..." oder anderes. Parallel dazu werfe ich mittels Laptop und Beamer auf eine Leinwand die passenden Bilder. Daraus entsteht eine audiovisuelle Erlebnis, das mit "langsames Kino" gar nicht schlecht beschrieben ist. Einfach mal kommen und kucken. Macht Spaß. Und ist nochmal was ganz anderes, als wenn man die Geschichten selber liest.

WANN ERSCHEINT DEIN NÄCHSTES BUCH?

Im Juni 2016 ist mit "MÜNCHHAUSEN - Die Wahrheit übers Lügen" meine erste Comicarbeit erschienen, bei der ich als Szenarist tätig war. Das bedeutet, ich habe "nur" die Story geschrieben und die Seitenaufteilung gemacht, gezeichnet hat die 196 Seiten der Geschichte mein sehr begabter Kollege Bernd Kissel. Im März 2017 wird der vierte "FERDINAND"-Band erscheinen. Das ist die Comicreihe, die ich zusammen mit Ralph Ruthe jeden Monat für das Kindernachrichtenmagazin Dein Spiegel zeichne. Parallel arbeite ich gerade an einem noch geheimen Projekt, dass, wenn alles gut läuft, im Herbst 2017 erscheinen wird. Im Sommer 2018 soll dann das erste "Glückskind"-Buch erscheinen. Und ein von mir illustrierte Ausgabe von "Gullivers Reisen" ist auch geplant. Es gibt also viiiel zu tun.